Die Wappen und Flaggen des Landkreises Erding (Oberbayern)
ehemalige Gemeinde
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In Rot ein geflügelter goldener Drache mit silberner Pfeilzunge und Stachelschwanz.

Wartenberg

In Rot ein geflügelter goldener Drache mit silberner Pfeilzunge und Stachelschwanz.

Vorbemerkung:

Zum 1.1.1972 wurde die Gemeinde Auerbach nach Wartenberg eingegliedert. Auerbach führte kein eigenes Gemeindewappen. Die erweiterte Marktgemeinde Wartenberg führte das bisherige Wappen weiter.

 

Begründung des Wappens:

Der vermutlich 1310 zum Markt erhobene Ort hat Siegelankündigungen zufolge schon seit etwa 1470 ein Siegel geführt, von dem aber keine Abdrucke überliefert sind. Erstmals 1514 tritt im Abdruck ein kurz vorher entstandenes Siegel auf. Als Bild zeigt es im ausgekerbten Halbrundschild den Drachen. Zweifellos rührt er von dem Drachenrelief im romanischen Tympanon der St. Nikolauskapelle her. Die bis heute gültige Farbgebung findet sich zuerst bei Hanns Mielich 1565. Im 17. und 18. Jahrhundert entfernte man sich von der ursprünglichen Gestaltung, indem der Drache in einen auf grünem Dreiberg stehenden Basilisken mit gekröntem Hahnenkopf und Fledermausflügeln verwandelt wurde. Schließlich erschien in den Dienstsiegeln ein gewöhnlicher Hahn im Schild.

 

Entwurf des Wappens:

Die Neuzeichnung von 1955 stammt von dem Münchner Kunstmaler Emil Werz. Anläßlich der 800-Jahrfeier Wartenbergs im Sommer 1955 gestaltete er das Wappen neu nach dem Vorbild des frühesten Siegels.

Neben dieser Zeichnung liegen auch noch die Entwürfe von Otto Hupp, München und Max Reinhard, Passau vor.

 

Historische Bildquellen:

Wappen der Marktgemeinde Wartenberg.

1. Bauschmuck, Stein farbig gefaßt, Ende 14. Jh. (?)
Wartenberg, St. Nikolaus auf dem Berg, südl. Außenwand, über dem Eingang.
Der Drache wurde als das Wappen des Ortes, der Löwe als der baierisch-wittelsbachische Löwe verstanden. Das Bild nimmt jedoch wohl Bezug auf die Psalmen 91.13 und 92.13:
"Über Vipern und Ottern schreitest du hin, kannst zertreten Löwen und Drachen..." und "Der Gerechte wird grünen wie ein Palmbaum..."

2. Siegelabdruck 1514.

3. Landtafel von Hofmaler Hans Mielich (1565). Dieses Wappenblatt, das den Bußpsalmen des Orlando di Lasso vorangestellt wurde, zeigt die Vertreter des Prälatenstandes, der Städte, Märkte und ehemaligen Grafschaften, die im Herzogtum Bayern aufgegangen sind. Neben Wartenberg finden sich die Wappen von Erding und Dorfen.

4. Siegelabdruck 1698. Dieses Siegel zeigt einen Basilisken mit gekröntem Hahnenkopf und Fledermausflügeln, die Form, in der das Wartenberger Wappen im 17. und 18. Jahrhundert dargestellt wurde.

5. Wening, M. (1701-26): Historico-topographica descriptio. Das ist: Beschreibung, Deß Churfürsten- vnd Hertzogthumbs Ober- vnd Nidern Bayrn. Welches in vier Theil oder Renntämbter, Als Oberlandts München vnd Burgkhausen, Vnderlands aber in Landshuet vnd Straubing abgetheilt ist: Warbey alle Stätt, Märckt, Clöster, Graf- vnd Herrschaften, Schlösser, Probsteyen, Commenduren, Hofmarchen, Sitz vnd Sedl ... vorgestellt werden. München/Straubing, Band Renntambt Landshuet.

6. Siebmacher'sche Wappenbücher Band I, 4. Abteilung: Wappen der Städte und Märkte in Deutschland und den angrenzenden Ländern. Nürnberg 1885, S. 17.
Wartenberg, Markt in Oberbayern, führt in R. einen b.-gekrönten g. Drachen auf g. Dreiberg sizend.
Abbildung: Tafel 82.

7. Hupp, O. (): Deutsche Ortswappen Bayern Kreis Oberbayern. Bremen (Kaffee-Handels-Aktiengesellschaft), Nr. 77.
Wartenberg; Markt, 1136 Einwohner (1925); Wappen: In Rot ein geflügelter goldener Drache.
Hier stand eine alte Burg der Wittelsbacher und steht noch die nikolauskapelle mit einem Tympanon aus dem 13. Jahrhundert über der Tür. Es zeigt einen stilisierten Baum zwischen einem Drachen und einem Löwen. Der Volksmund erklärt ersteren für das Markt-, letzteren für das bayerische Wappen. Ältere Urkunden entbehren des Siegels. Ein 1514 gebrauchtes Siegel und die späteren zeigen den Drachen im Schilde.

 

Literatur:

Prechtl, J.B. (1878): Kurze Chronik des Marktes Wartenberg in Oberbayern. in: Oberbayerisches Archiv für vaterländische Geschichte Bd. 37, S. 236-323. Faksimileausgabe Wartenberg, 1979.
Hupp, O. (): Deutsche Ortswappen Bayern Kreis Oberbayern. Bremen (Kaffee-Handels-Aktiengesellschaft), Nr. 77.
Oberbayerisches Archiv Bd. 80 (1955), S. 128f.
Press, E. et al. (1963): Im Zeichen des Pferdes - Ein Buch vom Landkreis Erding. Erding (Landkreis Erding), S. 330.
Stadler, K. (1968): Deutsche Wappen Bundesrepublik Deutschland. Band 6 Die Gemeindewappen des Freistaates Bayern I. Teil M-Z. Bremen (Angelsachsen-Verlag), S. 89.
Festschrift zur 800-Jahrfeier der Marktgemeinde Wartenberg. 13.-15. August 1955. Wartenberg 1955, 18.
Bekh, W.O. (1980): Wartenberg - Wunsch und Wirklichkeit. Ein Essay zum Festjahr 1980. in: Wartenberg im Festjahr 1980 - Veranstaltungskalender.
Erdinger Neueste Nachrichten (Lokalteil der Süddeutschen Zeitung), 31.03./01.04.1994.
Erdinger Neueste Nachrichten (Lokalteil der Süddeutschen Zeitung), 24.08.1998.

 

Links:

Homepage der Marktgemeinde Wartenberg


Ehemalige Gemeinde:

Die ehemalige Gemeinde
Auerbach
führte kein eigenes Wappen.


Diese Webseite wurde zuletzt geändert am 14.07.2001 von Marcus Schmöger

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