Hupp, O. (): Deutsche Ortswappen Bayern Kreis Oberbayern. Bremen (Kaffee-Handels-Aktiengesellschaft), Nr. 31.
Isen;
Markt, 1044 Einwohner (1925); Wappen: In Blau eine gekrönte Melusine
(Seejungfer).
Ein 1554 urkundliches, gut geschnittenes SIGILLVM CIVIVM OPPIDI
ISEN zeigt die Melusine in einem Schilde, den alle späteren
Siegel beibehalten. Es ist schwer verständlich wie der bei dem
alten Kloster Isen erwachsene Markt, der an dem kleinen, in den
Inn mündenden Flüßchen Isen liegt, zu diesem Wappen kam.
Stadler, K. (1965): Deutsche Wappen Bundesrepublik Deutschland. Band 4 Die Gemeindewappen des Freistaates Bayern I. Teil A-L. Bremen (Angelsachsen-Verlag), S. 80.
ISEN, Markt (Landkr. Wasserburg a. Inn). - Wappen: In Blau eine rot gekleidete, golden gekrönte Meerjungfrau, die mit den Händen die beiden Fischschwänze emporhält. - Der Hauptort der ehemaligen Herrschaft Burgrain des Hochstifts Freising erhielt das Wappen 1548 von Kaiser Karl V. anläßlich der Bestätigung des Jahrmarktprivilegs von 1438. In der im Original erhaltenen Urkunde wird die Sagengestalt als Sirene bezeichnet und ihre Kleidung genau beschrieben. Vermutlich wählte man das eigenartige Symbol, weil der Ort nach dem Flüßchen Isen benannt ist und die Renaissancezeit nach antikem Vorbild die Natur mit Fabelwesen zu bevölkern pflegte. Seit 1554 sind Siegel mit dem Wappen bekannt. Bis zum 19. Jahrh. hielten sich die farbigen Wiedergaben an den Wappenbrief; abweichend davon stellte später Hupp die Sirene ganz nackt dar.
Erdinger Neueste Nachrichten (Lokalteil der Süddeutschen Zeitung), 04.01.1984.
Ein festliches Jahr
steht dem Markt Isen
heuer ins Haus. Wie unser Photo zeigt, kann der Marktflecken auf
eine ehrwürdige Geschichte zurückblicken. Die erste urkundliche
Erwähnung Isens erfolgte im Jahre 748, als Bischof Josef von
Freising die Zelle Isen zu einem lebensfähigen
Benediktinerkloster ausbaute. Das Kloster Isen wandelte sich
schon früh zum Kollegiatsstift St. Zeno, welches bis zur
Säkularisation 1803 bestand. 1434 erhilet Isen von Kaiser
Sigismund auf Vorschlag von Bischof Nikodemus die Marktrechte.
Das Marktwappen bekam die Bürgerschaft 1548 von Kaiser Karl V.
verliehen. Fleißig gearbeitet hat schon der Festausschuß, der
für die Festlichkeiten mit dem im Bild dargestellten Plakat
wirbt. Das Festprogramm steht bereits. Lediglich im Detail
können sich noch Veränderungen ergeben.
hk/Photo: Kolenda
Erdinger Neueste Nachrichten (Lokalteil der Süddeutschen Zeitung), 10.03.1993.
Unkeusches am Giebel
Unbekleidete Jungfrau schmückt das Isener Marktwappen
hk. Isen - Das Isener Marktwappen, als Plastik an der Giebelwand des alten Rathauses zu sehen, hat in Isen immer wieder die Streitfrage entfacht: "Ist die Sirene nun im Ursprung nackt oder keusch bedeckt?" Die Meinungen hierüber gehen auch heute noch auseinander. Fest steht: Als das Rathaus gebaut wurde - man schätzt heute im 16. Jahrhundert - zierte diese Plastik noch nicht diese Giebelwand. Auf einem alten Photo, das die Münchner Straße umd 1910 und das Rathaus zeigt, ist die Plastik aber bereits in die Giebelwand integriert. Der amtierende Bürgermeister Hans Edmund Lechner ist ein Verfechter der keuschen Meerjungfrau. Und wie die Chronik zeigt, mit Recht. Denn es ist im Wappenbrieg von 1548 festgeschrieben: "Mit Namen ein blauer oder lasurfarbener Schild, darinnen eine Sirene, ein Jungfrauenbild, das am halben Leib in Rot gekleidet ist, mit einem ausgeschnittenen Goller mit halben Ärmeln bis zum Ellbogen. Die Kleidung ist unten an den Ärmeln und am Ausschnitt mit Gelb verbrämt. Auf ihrem Haupte, in ihrem gelben, aufgebundenem Haar, hat sie eine gelbe oder goldfarbene Krone, und anstatt des unteren Teils ihres Leibes hat sie zwie Fischschwänze. Diese hält sie beiderseits mit ihren Händen aufrecht."
Erdinger Neueste Nachrichten (Lokalteil der Süddeutschen Zeitung), 23.04.1993.
Wappen im Landkreis
EIN UNGEWÖHNLICHES
MOTIV ist das Wappen der Marktgemeinde Isen: eine sittsam
bekleidete Meerjungfrau, die eine goldene Krone trägt, hält mit
den Händen ihre beiden Fischschwänze empor. Bischof Josef
führte Isen zu großer geschichtlicher Bedeutung. Durch ihn fand
der Ort nicht nur 747 erste urkundliche Erwähnung, sondern
entwickelte sich auch zum wirtschaftlich lebensfähigen
Benediktinerkloster. Es wurde später in ein nach freieren Regeln
geleitetes Stift umgewandelt. 1434 wurde Isen das Marktrecht
verliehen. Karl V. bestätigte 1548 "dem dasigen Kammerer
und Rat" das Wappen, das als farbige Malerei auf einem
Pergament in der Urkunde festgehalten ist. Diese bezeichnet die
Sagengestalt als Sirene. Wahrscheinlich wählte man das Symbol,
weil der Ort nach dem Flüßchen Isen benannt ist und die
Renaissancezeit nach antikem Vorbild die Natur mit Fabelwesen zu
bevölkern pflegte.
pb
Abbildung
Diese Webseite wurde zuletzt geändert am 29.10.1999 von Marcus Schmöger